SOS-Kinderdörfer in Ungarn


SOS-Kinderdorf ist seit den 1980er Jahren in Ungarn tätig. SOS-Kinderdorf hat seither mehr und mehr Familien erreicht und ihnen in den letzten Jahrzehnten des gesellschaftlichen Transformationsprozesses Hilfe und Unterstützung geboten.Die Familien leiden aufgrund Armut

Ungarn hat in den vergangenen Jahrzehnten zahlreiche Veränderungen erlebt
 

In unserer Obhut haben Kinder wieder die Möglichkeit zu spielen (Foto: M. Mägi)

Die Republik Ungarn liegt in Mitteleuropa. Die Hauptstadt Budapest hat ca. 1,7 Millionen Einwohner. Die Gesamtbevölkerung beläuft sich auf etwa zehn Millionen (2019, Schätzung), davon sind 90 Prozent Ungarn und fünf Prozent Roma und Sinti. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren machen 17 Prozent der Bevölkerung aus.
           
Ungarn erklärte in den späten 1980er Jahren seine Unabhängigkeit von der Sowjetunion. Im Frühjahr 1990 fanden die ersten freien Wahlen statt. Ungarn trat 1999 der NATO bei und wurde 2004 Mitglied der Europäischen Union.

Die Familien leiden aufgrund Armut 

Die jüngsten sozialen Veränderungen haben auch Auswirkungen auf das Leben von Familien und Kindern. Da ca. 14 Prozent der Bevölkerung unter der staatlich definierten Armutsgrenze leben, haben die Änderungen von Sozialleistungen gravierende Folgen für das Leben zahlreicher Familien.

Ungarn hat eine der niedrigsten Lebenserwartungen in der Europäischen Union zu verzeichnen. Die häufigste Todesursache sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Grundlegende Dienstleistungen wie Gesundheit und Unterstützung für Familien blieben auf der Strecke.
Die Minderheiten der Sinti und Roma leiden besonders an den Folgen der wirtschaftlichen und sozialen Veränderungen der letzten Jahrzehnte. Menschenrechtsorganisationen zufolge sind die Roma auf dem Arbeitsmarkt, dem Wohnungsmarkt und dem Bildungssektor nach wie vor benachteiligt.

Kinder und Jugendliche leiden an Armut und Mangel an zukünftiger Beschäftigung

Kleiner Junge arbeitet am Computer (Foto: M. Mägi)

Die neuesten sozialen, politischen und wirtschaftlichen Veränderungen hatten auch Folgen für das Leben der Kinder. Etwa ein Drittel von ihnen leidet unter Armut; zum Großteil stammen sie aus Roma- und Sinti-Familien.

Die ungarische Regierung hat Gesetze zur Verbesserung der Lage der Kinder verabschiedet, aber es fehlt an Ressourcen und qualifizierten Fachkräften, um diese Reformen durchzusetzen. Nach Berichten lokaler Behörden bekommen gefährdete Familien nicht genügend finanziellen oder psychologischen Beistand, um für ihre Kinder sorgen zu können.

Die Regierung hat Maßnahmen ergriffen, um die Rechte der Kinder in Fremdbetreuung besser zu schützen. So wurden beispielsweise kleine Betreuungseinheiten errichtet, die sich in der näheren Umgebung der Herkunftsfamilien befinden. Dennoch werden Kinder mit Behinderungen, die fremdbetreut werden müssen, meist in großen Heimen untergebracht.
 

SOS-Kinderdorf in Ungarn

Familien stärken: Seit 2011 arbeiten wir mit lokalen Gemeinden und Behörden zusammen, um Kinder und ihre Familien zu unterstützen, damit sie in einem liebevollen familiären Umfeld aufwachsen können. Die Hilfe richtet sich nach den Bedürfnissen der Familien und beinhalten Beratung, soziale und materielle Unterstützung.

Betreuung in Familien: Wenn Kinder nicht länger in ihren Familien bleiben können, werden sie in einem liebevollen Zuhause betreut. Die Kinder leben in SOS-Pflegefamilien in der Stadt. Die Pflegefamilien wurden von SOS-Kinderdorf ausgewählt und ausgebildet, um sicherzustellen, dass die Kinder nach den höchsten Standards von SOS-Kinderdorf betreut werden. Somit erhalten die Pflegefamilien kontinuierlich soziale und emotionale Unterstützung von uns. Das Leben in den Gemeinden ermöglicht den Kindern engere Beziehungen zu Nachbarn und Freunden aufzubauen. Diese Beziehungen werden ihnen beim Aufwachsen hilfreich sein.

Unterstützung für junge Menschen: Wir geben jungen Menschen Unterstützung und stehen ihnen beratend bei, bis sie in der Lage sind, selbständig zu leben.

Anwaltschaft: SOS-Kinderdorf arbeitet mit der Regierung und anderen Behörden zusammen, um Sozialreformen zu fördern, die die Rechte der Kinder im Land verbessern.
 
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