SOS-Kinderdorf in Nordmazedonien


SOS-Kinderdorf begann seine Tätigkeit in Nordmazedonien im Jahr 1995 mit Unterstützung des Sonderbeauftragten der Vereinten Nationen für Mazedonien. SOS-Kinderdorf hat seine Aktivitäten weiter ausgebaut, um auf die Bedürfnisse von gefährdeten Kindern und Familien in der Hauptstadt Skopje einzugehen. Im Jahr 2015 begannen wir ein Nothilfeprogramm in Reaktion auf die Flüchtlingskrise.

Dank des Familienstärkungsprogramms kann dieses Mädchen in die Schule gehen (Foto: K. Ilievska).
Kinder aus dem SOS-Kinderdorf Skopje (Foto: SOS-Archiv)

Nordmazedonien ist ein Binnenstaat und grenzt im Norden an Serbien, im Nordwesten an das Kosovo, im Osten an Bulgarien, im Süden an Griechenland und im Westen an Albanien. Die Hauptstadt Skopje hat ca. 600.000 Einwohner. Die Gesamtbevölkerung beträgt mehr als 2 Millionen (2019, Schätzung), davon sind 64 Prozent Mazedonier und ca. ein Viertel Albaner. Zu den anderen Minderheiten zählen Türken (3,9 Prozent), Roma (2,7 Prozent) und Serben (1,8 Prozent). Die offizielle Landessprache ist Mazedonisch. Die meisten Albaner und Türken sind Moslems, die meisten Slawen gehören der östlich-orthodoxen oder mazedonisch-orthodoxen Kirche an.

Sinkende Lebensstandards

Obwohl sich die Wirtschaft Nordmazedoniens seit 1991 langsam erholt, hat das Land immer noch eins der niedrigsten Pro-Kopf-Einkommen in Europa. Seit der Unabhängigkeit ist der Lebensstandard sogar noch gesunken. Darüber hinaus gibt es eine wachsende Einkommensschere. Die Arbeitslosenquote ist unverändert hoch und wird zur Zeit auf circa 20 Prozent geschätzt. Die tatsächliche Anzahl der Menschen ohne regelmäßiges Einkommen dürfte wesentlich höher liegen. Fast 30 Prozent der Bevölkerung lebt unterhalb der staatlich festgelegten Armutsgrenze. Familien mit zwei Erwachsenen und drei oder mehreren Kindern haben ein höheres Risiko arm zu sein. Diese Kombination aus Armut und hoher Arbeitslosigkeit hat viele Menschen dazu genötigt, auf der Suche nach Arbeit auszuwandern.

Die meisten Erwerbstätigen in Mazedonien arbeiten im Dienstleistungssektor. Ungefähr 25 Prozent der Bevölkerung ist in der Industrie, 17 Prozent in der Landwirtschaft beschäftigt.

Nordmazedonien ist seit 2005 ein Kandidat für den EU-Beitritt. Ein wesentliches Thema bezüglich der Zulassung Mazedoniens  ist die Korruption. Einige internationale Organisationen sind in Mazedonien tätig, um die Korruption zu bekämpfen und den interethnischen Dialog und die Zusammenarbeit zu fördern. Sie setzen sich außerdem gegen die Ungleichheit der Geschlechter ein und unterstützen Opfer häuslicher Gewalt.

Kinder wurden durch die jüngsten Veränderungen schwer betroffen

Dank des Familienstärkungsprogramms kann dieses Mädchen in die Schule gehen (Foto: K. Ilievska).
Dank des Familienstärkungsprogramms kann dieses Mädchen in die Schule gehen (Foto: K. Ilievska).

Die Kinder in Nordmazedonien leiden unter dem gesunkenen Lebensstandard. Da Eltern oft Mühe haben, eine Arbeit zu finden, hat die Armut zugenommen, und Haushalte mit Kindern sind in besonderem Ausmaß betroffen.

Die Kindersterblichkeit bei Kindern unter fünf Jahren ist nach wie vor hoch - mit 7,4 Todesfällen pro 1000 Lebendgeburten liegt die Rate über dem Durchschnitt der Europäischen Union (4,7 Fälle pro 1000 Geburten). Diese Zahl ist in ländlichen Gebieten höher als in den Städten. Darüber hinaus sind Kinder in ländlichen Gebieten noch vor weitere Probleme gestellt - sie brechen häufiger die Grundausbildung ab und haben weniger Chancen auf eine Sekundarausbildung.

SOS-Kinderdorf in Nordmazedonien

Familien stärken: Wir arbeiten mit lokalen Behörden und Gemeinden, um Familien zu unterstützen, damit diese zusammenbleiben können. Die Unterstützung richtet sich nach den Bedürfnissen jeder einzelnen Familie, die Versorgung mit materiellen Gütern und Beratung für Eltern miteingeschlossen. Wir bieten auch Schulungen, die es den Familien ermöglichen, sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen.   

Betreuung in Familien: Wenn Kinder trotz unserer Unterstützung die Fürsorge ihrer Eltern verlieren, finden sie in einer SOS-Kinderdorf-Familie und Pflegefamilien ein liebevolles Zuhause und wachsen gemeinsam mit ihren Geschwistern auf. Die Pflegefamilien wurden von SOS-Kinderdorf ausgewählt und ausgebildet, um sicherzustellen, dass die Kinder nach den höchsten Standards von SOS-Kinderdorf betreut werden. Somit erhalten die Pflegefamilien kontinuierlich soziale und emotionale Unterstützung von uns. Wo immer es möglich ist, arbeiten wir eng mit den Herkunftsfamilien zusammen, damit diese in ihre Familien zurückkehren können.

Unterstützung für junge Menschen: Die hohe Arbeitslosenrate erschwert es den jungen Menschen selbständig zu werden. Wir bieten praktische und psychologische Unterstützung für junge Menschen während ihres Studiums, damit sie ihre Fertigkeiten verbessern können. Wir arbeiten mit örtlichen Firmen in der Region zusammen, um jungen Menschen Zugang zu Praktika, Stipendien und Berufsausbildung zu ermöglichen.
 

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